EANCOM DESADV und CPS Segmente

Zur Zeit bin ich an einem PROZEUS-Projekt beteiligt. PROZEUS ist eine Initiative zur Förderung von eBusiness-Standards im Mittelstand und wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Eine sehr gute Sache, wie ich finde.

In dem Projekt werden elektronische Nachrichten (EDI-Nachrichten) zwischen 2 Partnerunternehmen ausgetauscht, in diesem konkreten Fall eine EANCOM DESADV.

Eine DESADV steht für die Abkürzung “Despatch advice” – Lieferavis.

Im Projekt wird also ein Lieferavis von einem Partner an den anderen geschickt, in dem Paletten und die darauf enthaltenen Kartons avisiert. Jedes Element (Palette oder Karton) bekommt eine eindeutige ID, eine sog. NVE (Nummer der Versandeinheit).

Um innerhalb der DESADV zu beschreiben, welcher Karton auf welcher Palette steht, kann die DESADV mit Hilfe von CPS-Segmenten strukturiert werden.

Innerhalb eines CPS-Segments folgen dann die Details zum enthaltenen Objekt, z.B. zur Palette oder zu einem Karton. In unserem Projekt haben wir also nur 2 Ebenen: Palette und Karton.

In der DESADV gibt es aber neben der reinen Gliederungsmöglichkeit per CPS-Segment noch die Möglichkeit, eine einzelne Position / Artikel zu beschreiben. Dies erfolgt per LIN-Segment.

Das LIN-Segment hat die Eigenschaft, auch eine Adresse zu beinhalten. Somit kann man zu einer Position / Artikel z.B. eine Empfängeradresse angeben.

Da in unserem Fall aber keine Artikel vorhanden sind, sondern ein Karton die kleinste Einheit ist, war ich der Meinung, dass man auch den Karton mit Hilfe eines LIN-Segmentes beschreiben kann. Somit kann man zu dem Karton auch den Empfänger angeben. Passt super, hab ich mir gedacht.

Bis die GS1 dies kontrollierte (auf meinen Wunsch hin), schließlich geht es bei PROZEUS um Standards…

Naja, DESADV durchgefallen, denn ein LIN-Segment benötigt eine EAN (was ein Artikel ggf. haben kann, aber ein ganzer Karton nicht). Die Lösung sollte sein, den Karton nicht in eine LIN-Segment zu packen, sondern dieses ganz zu entfernen und den Karton durch ein einfaches CPS zu beschreiben.

Gesagt, getan, hat nur einen Haken, ein CPS kann keine Adressdaten beinhalten… Und jetzt ? Jetzt beisst sich die Katze in den Schwanz, CPS ohne Adresse, die wird aber gebraucht und ist nur in einem LIN verfügbar. Das braucht eine EAN bzw. Artikelnummer, hat aber ein Karton nicht…

Naja, Lösung ist (und auch von GS1 abgesegnet): doch ein LIN-Segment pro Karton verwenden.

Mir stellt sich dabei aber eine grundsätzliche Frage… wenn ich schon die Möglichkeit habe, Strukturen mittels CPS-Segment anzulegen, wieso kann ich keine Adressen für den Inhalt eines CPS-Segmentes vergeben ?

Ich stelle mir z.B. eine Strulktur vor:Schiff -> enthält Container -> enthalten Paletten -> enthalten Kartons -> enthalten Artikel

Wie kann ich einen ganzen Container an einen Emptänger schicken ? Ich könnte für jeden Empfänger eine DESADV generieren, wie mache ich es aber wenn ich nur eine DESADV habe ?

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